Mittwoch, 15. März 2017

Vertragsverlängerung



Es gibt immer wieder Dinge, die mich irritieren und aus meiner gemütlichen Verwirrtheit reißen. So Sachen passieren immer, wenn ich am wenigsten damit rechne. So wie in diesem Moment. Wie aus heiterem Himmel spricht mich meine Chefin darauf an, dass wir über meine Vertragsverlängerung reden müssen. Ich erwidere allen Ernstes, dass wir da nicht viel reden müssen. Völlig rat- und emotionslos. Erst als ich merke, dass meine Teilnahmslosigkeit, die aus meiner Verwirrtheit entstanden ist, vielleicht falsch ausgelegt werden könnte, frage ich meine Chefin, ob wir schriftlich vereinbaren wollen, dass ich eine 4-Tage-Woche habe. Damit hat sie wohl nicht gerechnet und so schweigen wir einen Moment bis sie sagt, dass sie mit meiner Arbeit zufrieden ist. Nun wäre es angebracht etwas darauf zu erwidern. Danke. Das freut mich. Oder irgendwas in der Art wäre vermutlich sinnvoll. Stattdessen gucke ich sie ratlos an, weil mir das alles viel zu persönlich ist und ich mit so Komplimenten überhaupt nicht umgehen kann. Nicht, dass es mit am Arsch vorbei geht, aber ich kann da einfach nicht menschlich angemessen reagieren. Weil mein Schweigen sicher ziemlich bescheuert rüber kommt, einigen wir uns darauf, dass wir uns nächste Woche mal zusammensetzen. Dabei ist das kaum nötig, weil jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ohne irgendwelche Forderungen den Vertrag unterzeichnen werde. Ich kann nur hoffen, dass da nichts zu meinem Nachteil geändert wird, dann wäre ich nämlich komplett überfordert. Wenn ich es schaffe, sollte ich allerdings ansprechen, dass ich montags und nicht, wie für die nächste Zeit festgelegt, freitags meinen freien Tag haben möchte. Das ist eigentlich alles, was ich möchte. Und meine Ruhe. Und eine eigene Toilette. Aber die letzten beiden Wünsche sind unrealistisch, weshalb ich sie auf keinen Fall äußern sollte.

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