Freitag, 18. August 2017

Die Schlinge zieht sich zu



Das Chaos ist nicht zu übersehen und es wird weiteres Chaos nach sich ziehen. Zumindest stelle ich mir das so vor. Meine Kollegin hat schon jetzt nur noch wenig Zeit für diese Maßnahme, weil ihre neue Maßnahme sie voll beansprucht. Wenn man eine andere Maßnahme leitet, obendrein Standortleitung ist, dadurch noch für eine weitere Maßnahme verantwortlich ist, dann kann man schwer noch eine dritte Maßnahme ordnungsgemäß betreuen.  Ich kann das gut nachvollziehen und meine Kollegin macht jetzt schon Überstunden, hat Kopfschmerzen und ist permanent gestresst.

Der dritte Mann weiß noch gar nicht offiziell, dass er demnächst hier und an dem anderen Standort tätig ist. Er weiß nur, dass er unsere Maßnahme total beschissen findet. Von allen Maßnahmen ist das die dümmste für ihn. Darauf lässt sich vorzüglich aufbauen. So werde ich ihn kaum dazu überreden können, diese Maßnahme zu leiten. Aber selbst, wenn er es wollte, so hätte er kaum eine Chance, denn man scheint sich hier einig, dass er es nicht drauf. Ich habe es auch nicht drauf, aber mir glaubt ja keiner. Ich kann niemanden führen. Ich kann nicht einmal jemanden dazu bewegen, irgendwas zu tun. Mitte letzter Woche bat ich den dritten Mann einen Bericht zu schreiben. Bis heute hat er das nicht getan. Wenn er erst erfährt, dass er ab nächsten Monat nichts mehr leitet und ich stattdessen Maßnahmeleiter bin, wird er kaum vor Freude durch die Decke gehen. Niemand wird gerne herabgestuft. Ich will nicht einmal raufgestuft werden.

Als meine Kollegin die Chefin fragt, warum denn nicht Brandy und der dritte Mann unsere Maßnahme übernehmen können und wir zwei komplett an den anderen Standort wechseln, bekommt sie als Antwort, dass die beiden die bisher gut laufende Maßnahme vor die Wand fahren würden und die Chefin das nicht möchte. Ich glaube nicht, dass man so über seine Mitarbeiter reden sollte. Aber was weiß ich denn schon? Und wer weiß, wie sie an anderer Stelle über mich redet?

In der Hoffnung, dass alles nur ein Irrtum ist, endet diese Woche. Keine zwei Wochen mehr bis sich hier alles ändert. Ich hasse Veränderungen.

Mittwoch, 16. August 2017

Sechster Kinobesuch 2017



Ein unerwarteter Kinobesuch steht an. Und das auch nur, weil Markus daran erinnert hat, dass Planet der Affen: Survival, schon läuft. Wir hatten, irgendwann nachdem wir den ersten Teil im Kino gesehen hatten, beschlossen, die Fortsetzungen auch im Kino zu schauen. Begleitet werden wir von Petra und Manni, der beim zweiten Teil nicht dabei war und von Heiko vertreten wurde.

Das Kino in Lünen habe ich lange nicht besucht und bin sehr angetan von den bequemen Sitzen und dem Platz, der sich bietet. Was mich richtig begeistert ist der Klang. Ich werde mir echt was einfallen lassen müssen, um zu Hause einen solchen Klang zu erreichen. Bisher war der Kinoklang nicht wirklich besser als der Klang zu Hause, aber das hier ist eindeutig überzeugender. Das will ich auch.

Der Film ist mir eigentlich zu lang, aber so gut, dass er nicht wirklich zu lang erscheint. Die Planet der Affen Trilogie, sofern es bei einer Trilogie bleibt, kann ich nur empfehlen und werde sie komplett in meine Blu-ray Sammlung aufnehmen, obwohl so eine Blu-ray Sammlung eigentlich völlig unsinnig ist, was aber eine andere Geschichte ist.


Dienstag, 15. August 2017

Arztbesuch

Weil mein Hausarzt seine Nachfolgerin bereits in der Praxis hat und ich wegen diverser Beschwerden zum Arzt sollte, lasse ich mir einen Termin geben und weise ausdrücklich darauf hin, dass ich zu der neuen kleinen, runden Ärztin möchte, obwohl ich es durchaus befremdlich finde, wenn eine Ärztin so klein und rund ist, dass man zwei Frauen daraus machen könnte. Aber vielleicht gibt es ja eine plausible Erklärung dafür.

Am Tag des Termins warte ich 35 Minuten bis ich aufgerufen werde. Ich gehe ins Behandlungszimmer, die Ärztin geht telefonieren und der Arzt kommt zu mir. Genau das wollte ich nicht. So reden wir erst darüber, dass er bald seine Praxis aufgibt und wie er sich damit fühlt. Er erzählt, dass er eigentlich noch gar nicht wollte, aber unerwartet die Bewerbung der Ärztin bekam und es sich dann so ergeben hat. Es gab keine anderen Bewerber, was natürlich auch nicht unbedingt für die kleine, runde Ärztin spricht. Aber da ich nicht nur zum Plaudern da bin, schildere ich mein erstes Problem. Diffuse Schmerzen in der Nierengegend. Kurze Abtastung der Nieren. Befund: Schmerzen kommen vermutlich von der Wirbelsäule. Ich soll mehr Sport machen. Schwimmen wäre toll. Ich sage, dass ich nicht schwimmen kann, weil ich da immer untergehe. Der Arzt überlegt kurz, erzählt eine Anekdote aus seinem Freundeskreis, die um eine Frau, die auch nicht schwimmen kann, geht und schlägt eine Ultraschalluntersuchung vor. Damit ist das Thema durch.
Nächstes Thema sind meine niedrigen Leukozytenwerte. Der Arzt erzählt etwas von dem Durchschnitt der Gesellschaft und dass ich wohl zu den 5% gehöre, bei denen die Werte von der Norm abweichen. Wenn die Werte sich geändert hätten, dann wäre es was Anderes, aber so muss ich mir keine Sorgen machen.  Zum Glück bin vorbereitet und habe alle Ergebnisse der Blutuntersuchen der letzten sechs Jahre dabei. Daraus ist zu erkennen, dass meine Leukozytenwerte früher sehr wohl im Normbereich lagen. Ein guter Arzt würde jetzt Ursachenforschung betreiben, mein Arzt ändert einfach seine Geschichte und erklärt, dass es erst bedenklich wird, wenn der Wert unter 3 sinkt. So einen Arzt braucht kein Mensch. Plötzlich entdeckt er, dass die diesjährige Krebsvorsorge noch nicht stattgefunden hat. Möglicherweise meint er auch nur der jährlichen Check Up. Sicher kann man bei ihm nie sein. Er sagt, dass bei der Gelegenheit die Blutwerte kontrolliert werden. Also die sechs Standardwerte, die er für gewöhnlich damit kommentiert, dass er mit mir kein Geld verdient. Ich denke, er hat schon genug Geld und wir damit leben können.

Bevor wir diesen äußerst interessanten Termin beenden, bitte ich um eine Überweisung zum Osteopathen, welche ich zu meiner Überraschung tatsächlich bekomme. Dazu bekomme ich einen Urinbecher für den Morgenurin und einen Termin zum Ultraschall. Der Termin zur Krebsvorsorge und zur Blutuntersuchung wird vergessen und ich erwähne es auch nicht weiter. Zur Krebsvorsorge wollte ich eh zum Urologen, erscheint mir sinnvoller. Und so endet der Arzttermin in etwa so unbefriedigend wie eh und je.  Hoffentlich hört der Arzt bald auf und hoffentlich ist die kleine, runde Ärztin nicht so, wie meine Vorurteile es befürchten. Falls doch muss ich nach einer neuen Hausarztpraxis Ausschau halten oder eben gar nicht mehr zum Hausarzt gehen.