Mittwoch, 26. April 2017

Versprechen ohne Wert



Der morgendliche Spaziergang zur Garage dauert in der Regel 12-13 Minuten. Zumindest, wenn ich mich unterwegs nicht ablenken lasse und direkt durchgehe. Eigentlich ist so ein Spaziergang am Morgen eine nette Sache.  Getrübt wird der Morgen nur dadurch, dass ich anschließend mit dem Benz zur Arbeit fahren muss, denn ich hatte dem Benz versprochen, dass er nie wieder auf nassen Straßen fahren muss. Ich hasse es, wenn ich Versprechen brechen und der Benz auf nassen Straßen fahren muss.

Dienstag, 25. April 2017

Ein besonderer Bart



Nun sind Frauen mit Bärten nicht jedermanns Geschmack, aber durchaus etwas Besonderes. Nicht unbedingt besonders schön oder erregend, aber anders. Unsere Mirabelle trägt derzeit einen extra außergewöhnlichen Bart. Es ist weder Schnurbart, noch Drei-Tage-Bart. Ihr Bart hat scheinbar gar keine Struktur und lässt jegliche erkennbare Form vermissen. Manche Haare sind extra lang, manche sind es nicht. Die Haare wachsen wirr um den Mundbereich und gern auch am Kinn. Die längeren Haare bewohnen nur eine Gesichtshälfte und ich muss wirklich tapfer sein, wenn mein Blick auf diese Behaarung fällt. Ich glaube, Barthaare bei Frauen gehören mit zu den unerotischsten Dingen, welche sich die Natur hat einfallen lassen. Gerne würde ich Mirabelle fragen, warum sie sich nicht rasiert, halte mich aber zurück, weil ich nicht das Firmenarschloch sein will, nur weil ich etwas frage, was viele gerne wüssten. So gucke ich bewusst woanders hin, weil ich den Anblick einfach nicht ertragen mag.

Montag, 24. April 2017

Zwei sind nicht genug



Eigentlich ist es ganz einfach. Ich setze mich ins Coupé, starte den Motor und fahre zur Arbeit. Heute allerdings weigert sich das Coupé sich darauf einzulassen und springt nicht an. Da muss wohl etwas kaputtgegangen sein. So trifft es sich prima, dass ich noch einen zweiten Wagen haben, denn sonst dürfte ich jetzt eine aufregende Busreise antreten. Also gehe ich schnell die Treppen hoch, hole den Schlüssel für den Benz und mache mich auf den Weg zur Garage. Kaum fünfzehn Minuten später klemme ich die Batterie an, setze mich in den Benz und drehe den Schlüssel um. Obwohl die Lüftung aus ist, läuft sie, was definitiv kein gutes Zeichen ist. Der Gurt wird in Zeitlupe nach vorne gefahren, was ebenfalls dafür spricht, dass der Benz nicht anspringen wird, weil die Batterie zu schwach ist. Erwartungsgemäß passiert dann auch nichts mehr als ich den Schlüssel weiter umdrehe. Da hat man schon zwei Autos und kommt doch nicht weg. Was für eine deprimierende Situation. Nun habe ich Glück, dass Petra noch nicht zur Arbeit ist und ihre Garage sich in unmittelbarer Nähe befindet. So kann sie wenige Minuten später den Benz aus der Garage schieben und überbrücken. Der Arbeitstag ist gerettet und der Benz bekommt schon bald eine neue Batterie. Alternativ sollte ich über ein drittes Fahrzeug nachdenken. Für alle Fälle.

Obwohl ich die Batterie abgeklemmt habe, will der Benz am Nachmittag nicht anspringen. Glücklicherweise ist der dritte Mann noch da und gibt mir Starthilfe. Kurze Zeit später kaufe ich mir für 89 Euro eine neue Batterie. Als ich die alte Batterie, die mindestens neun Jahre alt ist, ausbaue, entdecke ich dahinter Eicheln. Ich entferne eine Verkleidung und eine unglaubliche Anzahl von Eicheln kommt zum Vorschein. Etwa 40 bis 50 kann ich entfernen, um die restlichen zu erreichen müsste ich weitere Verkleidungen abbauen, was ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht möchte. Weil unter der Batterie eh alles verrostet ist, muss ich demnächst sowieso erneut ran. Doch vorher muss das Coupé wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht werden. Bis dahin ist der Benz mein Alltagsfahrzeug, was ich irgendwie deprimierend finde.